Kleves neuer Chefankläger

29.05.2018

Landtag

Kleves neuer Chefankläger
Foto: Klaus-Dieter Stade
Quelle: https://www.rp-online.de | 29. Mai 2018 | Von Laura Harlos

Zum Vorstellungsgespräch in Düsseldorf gehörte die Frage, ob er auch bereit sei, Staatsanwalt in Kleve zu werden. "Ja", lautete seine Antwort. "Doch ich war wohl nicht überzeugend genug. Deswegen bin ich erst über ein paar Umwege nach Kleve gelangt", sagte Holger Schönwitz. Nun übernimmt der 43-Jährige die Leitung der Staatsanwaltschaft in Kleve. Damit löst er seinen Vorgänger, Arno Neukirchen, ab. Neukirchen verabschiedet sich nach fünf Jahren als Leiter in den Ruhestand.

Bereits im November vergangenen Jahres erfolgte die offizielle "Wachablösung", bei einem Festakt im Museum Kurhaus wurde der alte Leiter, der 36 Jahre als Staatsanwalt gearbeitet hatte, verabschiedet. Der "Neue" wurde begrüßt.

Dem Justizminister Nordrhein-Westfalens, Peter Biesenbach, fiel der Abschied vom alten Leiter sichtlich schwer. "Er war ein Organisationstalent mit Sympathie", sagte Biesenbach. Neukirchen habe zwischen den beiden Behördenteilen - der Hauptstelle in Kleve und der Zweigstelle in Moers - eine Einheit hergestellt. "Dabei war ihm die Zusammenarbeit mit den niederländischen Kollegen mindestens genauso wichtig", betonte Biesenbach.

Auch der Präsident des Landgerichts Kleve, Gerd Waldhausen, sprach über Neukirchen nur mit lobenden Worten. "Ich habe seine unkomplizierte Art, Dienstliches bei einem kurzen Telefonat oder einem Essen in der Kantine besprechen zu können, sehr geschätzt." Dabei versicherte er dem neuen Leiter, dass man in der Region Kleve gut arbeiten könne. Gleichzeitig nutzte er die Gelegenheit, um Schönwitz an eine Tradition zu erinnern. "Jedes Jahr findet das legendäre Kicker-Turnier statt, immer im März", sagte Waldhausen.

Der Nachfolger hat wie sein Vorgänger eine Vorliebe für Wirtschaftsstrafsachen. Schönwitz ist seit 2002 im staatsanwaltlichen Dienst für das Land NRW. Danach folgten Stationen in Wuppertal, Düsseldorf und Krefeld. 2009 begleitete er unter anderem die Gesetzgebungsarbeit zur Einführung der elektronischen Fußfessel. 2012 koordinierte der dreifache Vater als Oberstaatsanwalt in Düsseldorf d die Strafverfolgung auf dem Gebiet der Organisierten Kriminalität.

Bei der Aufgabe als Leiter wünschte Neukirchen seinem Nachfolger viel Erfolg. "Kleve ist keine Provinz, hier passiert genauso viel wie überall sonst", sagte Neukirchen. "So ist die Zahl der Strafkammerverfahren ähnlich hoch wie in Duisburg." Zudem bedankte er sich für sein spannendes Berufsleben und fügte mit einem Schmunzeln hinzu: "Ich dachte immer, Staatsanwalt zu sein, verderbe den Charakter. Aber ich habe keine verdorbenen Charaktere kennengelernt - zumindest nicht auf der Seite der Staatsanwaltschaft."

(laha) Quelle: https://www.rp-online.de | 29. Mai 2018 | Von Laura Harlos

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